Hier entsteht eine private Homepage zum Thema: Menschen mit Behinderung. Von einem Mensch mit einer Behinderung.



Liebe  Leserin, lieber Leser,

 

Ich bin am 19.04.1961 im Rhein-Main Gebiet geboren. Da ich mit einer Behinderung geboren wurde, bin ich seit meiner Geburt über das Säuglingsalter hinaus auf die Hilfe anderer Personen angewiesen. Bis zu meinem 26. Lebensjahr haben meine Eltern und auch andere Familienangehörige sehr liebevoll für mich gesorgt. Als ich in das Kindergartenalter kam, bin ich in einen Kindergarten für Menschen mit Behinderung gekommen. Dort habe ich – wie jedes Kind – meine erste soziale Verhaltensweise erlernt. Der Kindergarten war damals schon eine Tagesstätte. Dies hatte den Vorteil, dass Eltern sich anderweitig beschäftigen konnten.

 

Mit sieben Jahren wurde ich in eine Schule für Körperbehinderte Kindern eingeschult. Damals konnte man als Mensch mit Behinderung nur den Stoff der Grund- und Hauptschule absolvieren.

 

1976 – 1979 war ich bei den DPSG-Pfadfinder. Dadurch hatte ich die Möglichkeit an deren Aktivitäten z.B. Zeltlager in Süd-Frankreich, Schweden und  Wochenende oder ein paar Tage in einer Jugendherberge teilzunehmen.

 

Danach war ich ein halbes Jahr zu einer Handelsschule mit Internat für Menschen mit Behinderung im Siebengebirge aufgenommen. Da musste ich leider feststellen, dass mein Hauptschulabschluss doch nicht so gut war. Nach dieser Erfahrung ging es mir erst mal ziemlich schlecht. Ich war in dieser Zeit ein halbes Jahr rund um die Uhr wieder bei meinen Eltern. Nach vier Monaten kam die Nachricht der dortigen WfbM (Werkstätten für behinderte Menschen), dass ich mich einmal vorstellen soll. Zwei Monate nach diesem Vorstellungsgespräch kam dann die “Beschäftigung“. Diese bestand nur aus Däumchen drehen, Dummsinnig durch das Gebäude zu fahren und vor lange weile mehr Zigaretten geraucht. In der WfbM hatten sich einige Kolleginnen und Kollegen mit anderen Personen zusammen getan. Wir trafen uns regelmäßig zum geselligen Abend. 

 

1983 hatte ich eine Gruppe Menschen ohne und mit Behinderung von der anderen Landeshauptstadt im Rhein-Main-Gebiet kennen gelernt. Sie plante mit der Stadt bzw. kommunalen Wohnungsbaugesellschaft innerhalb einer Neubausiedlung ein Haus total behindertengerecht zu Planen und zubauen. Da die WfbM in einer rheinhessischen Stadt eine Zweigstelle hatte, musste ich alleine mit dem Zug zu den Treffen fahren. Das war nicht immer einfach gewesen. Aber schon damals dachte ich, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Jedoch hat sich die Gruppe – vier Wochen vor Einzug in das fertig gestellte Haus – aufgelöst. Die Menschen ohne Behinderung wollten in diesem Haus die Pflege der Menschen mit Behinderung übernehmen. Die Fertigstellung hat sich soweit verzögert, dass die Gruppenmitglieder teilweise abgesprungen waren. Somit war ich nun gezwungen, eine externe Pflege zu finden. Dies klappte überraschenderweise sehr schnell. Jetzt ging ein neuer Lebensabschnitt los.

 

Im September 1987 bezog ich die 1,5 Zimmerwohnung. Die WfbM musste mit meinem Umzug auch gewechselt werden. Die Vorherige war nicht mehr im Einzugsbereich dieser Wohnung. Nun war ich wieder in einer Einrichtung, die mich hätte beschäftigen müssen. Nach ca. zwei Jahren kündigte das Beschäftigungs- bzw. Aufbewahrungsverhältnis. Ich wollte damals in die Seelsorge für Menschen mit Behinderung  einsteigen. Wie der Pfarrer mitbekam, dass ich damals in die SPD eintrat, hat er mir die Freundschaft gekündigt

 

1989 – 1995 habe ich mir Computer Kenntnisse angeeignet. Mit dieser Aneignung bin ich denn im September 1995 wieder in die WfbM gegangen. Dort hatte man für Menschen mit Körperbehinderung eine Bürogruppe eingerichtet. Das Arbeitsvolumen war jedoch so hoch angesetzt, dass sogar das Personal überwiegend mitarbeiten musste. Dies ging natürlich voll auf Kosten der Förderung und Pflege. Somit ging das dummsinnige Arbeitsleben wieder los.

 

Im November 2006 bin ich wegen Renovierungsarbeiten zu einem Freund in den Schwarzwald gegangen. Sehr schnell stellte ich fest, dass es mir dort besser gefällt wie im Rhein-Main Gebiet. Mein Freund und ich hatten gemeinsam überlegt, wie wir es machen könnten, dass ich bei ihm wohnen kann. Wir sind  dann zum zuständigen  Sozialamt gegangen, um dort meinen Umzug rechtzeitig anzukündigen.

 

Das Sozialamt hatte sich sechs Jahre währen können, die Kosten für meine „Assistenz“ zu übernehmen.  Da es bundesweit mehrere solcher Fälle gibt, müssen sich die Menschen mit Behinderung wehren.   

 

Stellenausschreibung

Folgen Sie bitte diesem Link: Forsea

Besuch bei der Rhs


Seite 3 dieser Homepage
Impressum